Ein Jahrhundert Kulturgeschichte

Das Konzerthaus Stadthalle Heidelberg blickt auf eine bewegte Geschichte zurück: Seit ihrer Errichtung zu Beginn des 20. Jahrhunderts dient sie als zentraler Ort für Kultur, Wissenschaft und gesellschaftliches Leben. Zeiten des Wandels – von Kriegsnutzung bis zur umfassenden Sanierung – prägten das Gebäude ebenso wie seine kontinuierliche Weiterentwicklung. Heute wird hier historische Architektur mit moderner Funktion verbunden und knüpft an ihre Bedeutung als lebendiger Veranstaltungsort an.

Unsere Geschichte

1901

Bau und Entstehung

Die Stadthalle Heidelberg wird nach Plänen der Architekten Jakob Henkenhaf und Friedrich Ebert als repräsentatives Versammlungs- und Festgebäude errichtet. Anlass ist das 100-jährige Jubiläum der Universitätsreform von 1803. Der Bau vereint Elemente der Renaissance, Gründerzeit und des Jugendstils.

1903

Feierliche Eröffnung

Am 5. August 1903 wird die Stadthalle feierlich eingeweiht. Sie dient fortan als zentrale „gute Stube“ Heidelbergs für gesellschaftliche, kulturelle und wissenschaftliche Veranstaltungen. Der große Festsaal mit Konzertorgel bildet das Herzstück des Gebäudes.

1914

Erster Weltkrieg

Während des Ersten Weltkriegs wird die Stadthalle zweckentfremdet und als Lazarett genutzt. Die ursprüngliche Funktion als Fest- und Veranstaltungsort tritt in den Hintergrund und das Gebäude dient medizinischen Zwecken zur Versorgung Verwundeter.

1933

Ende Weimarer Republik

In der Zeit des Nationalsozialismus wird die Stadthalle für politische Veranstaltungen genutzt. Während des Zweiten Weltkriegs diente sie erneut als Reservelazarett.

1940

Zweiter Weltkrieg

1940 übersteht die Stadthalle einen Luftangriff mit geringen Schäden. Die Spuren der damaligen Ausbesserungen sind noch heute neben dem Seiteneingang an der Unteren Neckarstraße sichtbar.

1945

 Nachkriegszeit

Nach dem Zweiten Weltkrieg wird die Stadthalle von der US-amerikanischen Armee als „Special Service Center“ genutzt. Sie dient der Freizeitgestaltung und Unterhaltung der Soldaten, bevor sie später wieder an die Stadt Heidelberg zurückgegeben wird.

1951

 Rückgabe an die Stadt

Die Stadthalle geht wieder in den Besitz der Stadt Heidelberg über. Sie wird erneut als Veranstaltungsort genutzt und etabliert sich wieder als zentraler Treffpunkt für kulturelle und gesellschaftliche Ereignisse.

1970

Zundel-Ära

Die Altstadt soll saniert und autogerecht gestaltet werden. Die Stadthalle steht kurz vor dem Abriss, aber wird stattdessen für über 15 Millionen Mark bis ins Detail aufwendig restauriert.

1980

Wiedereröffnung nach Sanierung

Ende 1980 eröffnet die Stadthalle als Kongresshaus wieder ihre Pforten. Eine erste grundlegende Restaurierung wird durchgeführt, um das historische Gebäude zu erhalten. Dabei wird die Stadthalle modernisiert und gleichzeitig möglichst originalgetreu instandgesetzt.

2010

Erweiterungspläne

Die Stadt plant eine Erweiterung der Stadthalle durch einen modernen Anbau. In einem Bürgerentscheid werden diese Pläne jedoch mit großer Mehrheit abgelehnt.

2019

Schließung

Die Stadthalle wird im August 2019 geschlossen, um eine umfassende Modernisierung und Umgestaltung zu ermöglichen.

2021

Sanierungsbeginn

Nach langen Diskussionen wird die Baugenehmigung erteilt. Es beginnen umfangreiche Arbeiten zur Restaurierung historischer Elemente und zur technischen Modernisierung.

2026

Wiedereröffnung

Am 1. Februar 2026 wird die Stadthalle nach umfassender Sanierung als modernes Konzerthaus wiedereröffnet und verbindet historische Architektur mit zeitgemäßer Nutzung.